Anti-Papst-Demo? Scheiß egal!

26 Aug
Papa, mach doch, was Du möchtest,
oder: Weshalb ich niemals an einer Anti-Papst-Demonstration teilnehmen werde!
Solange Protestanten noch am Ruder sind, gilt es die Gefahr aus der calvinistischen Ecke mit Feuer und Schwert zu bekämpfen. Die mit ihrer scheiß Arbeitsethik, oder der Annahme, dass Menschen ihre Krankheiten verdient haben – bäh! 😉
Freiheit für die Kunst
Nein, ganz im Ernst: Jede Religion ist wie Musik, Prosa oder Malerei, also Kunst, vom Menschen geschaffen. Und Kunst ist unangreifbar. Wichtiger als gegen den Papst anzukeifen, ist es doch, die Säkularisierung im Staate voranzutreiben. Und was bitte schön soll es bringen, gegen eine absolut undemokratische Institution wie dem Vatikan mit demokratischen Mitteln vorgehen zu wollen? Das ist absolut lächerlich. Der Papst macht keine Gesetze, er beschließt nicht, dass Homosexuellen das Adoptionsrecht verweigert wird und er hat keinerlei rechtliche Möglichkeiten, Ehen vor dem Standesamt zu sanktionieren.
Weshalb sollte ich mich also über den Papst echauffieren?
Vielmehr sollten die Parteien in der BRD zur Rechenschaft gezogen werden. Dafür, dass es immer noch konfessionelle Unterrichtsformen gibt, es Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser geben darf, die das Arbeitsrecht missachten. Ganz zu schweigen von der Kirchensteuer. Das ist der Skandal.
Diplomatische Beziehungen zu einer theokratischen Diktatur
Aus demokratischer Sichtweise ein Ärgernis: Die Rede von Ratzinger vor dem Bundestag am 22. September 2011. Doch es ist nicht der Papst, der sich dem Bundestag aufgedrängt hat. Deutschland hegt diplomatische Beziehungen zum Vatikanstaat. Und der Bundestag hat den Papst eingeladen, in seiner Funktion als Staatsoberhaupt. Dass Deutschland diplomatische Beziehungen zu einem strukturell antidemokratischen Staat unterhält, ist in der Tat kritikwürdig . Aber Ziel des Protestes sollte auch hier die Regierung der BRD sein. Ob die Anti-Papst-Fraktion diesen Umstand realisiert hat, wage ich zu bezweifeln. Der Vorwurf an den Papst geht ins Leere, wieso sollte der Vatikan die Einladung ablehnen?  Die Frage stellt sich an die CDU/FDP -Regierung: Warum lasst ihr einen Priester, einen Theokraten und somit Diktator vor dem Parlament reden? Denn mitnichten ist diese fragwürdige Aktion gottgewollt, keinesfalls ist der deutsche Bundestag der passende Ort für einen Gottesdienst.
Jeder soll glauben dürfen, was er möchte!
Der Papst und seine Schäfchen sollen doch bitte schön glauben dürfen, was sie möchten. Die Politik jedoch muss in einer Demokratie dem Laizismus verpflichtet sein. Was ich aus der Ecke der Anti-Papst-Demo-Aufwiegler mitbekomme, ist leider nur eine plume Anti-Haltung: Gegen Religionen im Allgemeinen, gegen Staat und Kirche, gegen Glaube.
Sorry, das ist mir zu menschenfeindlich. Ich mag Kirchen, bin für diesen Staat und respektiere den Glauben an Versöhnung, Barmherzigkeit und an das gute im Menschen.
Ja, ich bin ein verkappter Katholik, aber trotzdem ein überzeugter Laizist. Dem Papa seine Bühne, der Politik ihre Verantwortung für die Republik!
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One Response to “Anti-Papst-Demo? Scheiß egal!”

  1. Marc September 20, 2011 at 10:33 am #

    Es ist nicht nur die Kirchensteuer!
    Zur Finanziellen Macht: Die heimliche, zusätzliche Kirchensteuer zahlen alle Steuerzahler (z.B. 27 Mio. Euro/Jahr in NRW kommen vom Landeshaushalt):
    http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2011/0918/kirchensteuer.jsp mit Video

    Papstbesuch kostet ca.: 25+25 Mio. Euro für Kirche+Steuerzahler.

    Kirchliche Gesamtrechnung: 28 Milliarden Euro in 2009 für beide Kirchen-Konzerne in D: http://www.youtube.com/watch?v=MnGCdluXWmk

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